Space Vampire

Über mich

Im Folgenden findest du einen recht umfassenden Streifzug durch die Geschichte meines bisherigen Lebens. Wer es gerne ausführlich und mit Wortwitz gespickt mag, der wird hier in dieser Langfassung meines "Über mich" bestens versorgt. Wer allerdings einfach nur kurze knappe Eckdaten bevorzugt, dem lege ich die Lektüre der Kurzfassung ans Herz.


Who is the Space Vampire?

Oder anders gefragt: Was bin ich, und wenn ja, wie viele?


Torsten Hübner

Die Antwort ist "eins". Und zwar mit mir selber. Zumindest die meiste Zeit. Und als so dermaßen  in mir selbst ruhendes Individuum liegt natürlich nichts näher, als dass ich mir selber Fragen stelle, die ich mir dann auch prompt und wahrheitsgemäß beantworte.


Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig. Schließlich würde ich es ja merken, wenn ich mich anlüge.

Obwohl ich schon von Spezialisten gehört habe, die es angeblich drauf haben sollen, sich selber solange irgend einen Quatsch einzureden, bis sie selber daran glauben und noch nicht mal Verdacht schöpfen, dass sie da gerade verarscht werden.

Aber die sind sicher auch nicht "eins", sondern gleich mehrere.


Ich merke gerade, dass ich schon wieder das tue, was ich am besten kann. Weitschweifig und viel reden, ohne wirklich was zu sagen. Also, bevor ich noch den Eindruck erwecke, dass ich eine Karriere als Politiker anstrebe, fange ich am besten mal damit an, mich selber zu befragen und so richtig gnadenlos auszuquetschen...


Wann und wo ...und warum hat man das nicht verhindert?

Es war ein kalter Dezembermorgen des ausgehenden Jahres 1972 in der heutigen Medienhauptstadt der Republik, also in Köln am schönen Rhein, als meine Frau Mutter entschied, dass es nun Zeit wäre, mich auf die Menschheit loszulassen.

In China neigte sich das "Jahr der Ratte" dem Ende zu und genau wie von dem Sack Reis, der dort umfiel, nahm die große, weite Welt auch von meinem Eintreffen keine große Kenntnis. Seit diesem Tag musste ich mir des Öfteren anhören, dass meine Mutter niemals ein zweites Kind bekommen hätte, wenn ich der erste Wurf gewesen wäre.

Ich kann die ganze Aufregung gar nicht verstehen. Schließlich maß ich nur mickrige 59cm und wog zierliche 6kg bei meiner Geburt. Gut, das sind ca.10cm und 3kg mehr als der Durchschnittsneugeborene, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.

Wenn ich schon geboren werde, dann bitte auch richtig!

Meine Mutter sah das aber, wie erwähnt, ein wenig anders und meinte zeitlebens, ich hätte sie um ihren Säugling beschissen und wäre gleich als Kleinkind zur Welt gekommen.

Warum das nicht verhindert wurde?

Keine Ahnung!

Wahrscheinlich war die Welt zu sehr damit beschäftig sich das Maul über Nixons Watergate-Affäre zu zerreißen und sich über das BRD-DDR-Transitabkommen zu freuen, um mein drohendes Erscheinen rechtzeitig zu bemerken und die nötigen Schritte gegen die Katastrophe im Verzug einzuleiten.


Aufzucht und Hege ...oder: Wie überlebt man so viele Jahre trotz Karneval.

Mein Leben begann also in der Stadt, in der der überwiegende Teil der Bevölkerung, wenn man nach der liebsten Jahreszeit fragt, einhellig mit "Karneval" antwortet.

Und das ist noch nicht mal so abwegig. Karneval wird speziell hier im Rheinland, genau wie in diversen anderen, im Gegensatz zu Köln natürlich völlig überbewerteten, Karnevalshochburgen als "Fünfte Jahreszeit" bezeichnet, die irgendwo zwischen Winter und Herbst zu finden ist. Bis heute frage ich mich, wer auf die grandios bescheuerte Idee gekommen ist, ein Ereignis, bei dem der Großteil der Weiblichkeit das Bedürfnis verspürt, möglichst wenig anzuziehen, ausgerechnet  in den Winter zu legen, anstatt in den Sommer.


Karneval 2007: Kyra, Ich, Nane

Sei's drum. Die kölsche Affinität zum Karneval hat mir jedenfalls bereits in frühester Kindheit eine tolle Erfahrung beschert.

Nein! Nicht das, woran du gerade denkst ...das kam erst später.

Es war die Erkenntnis, dass ich Clowns von ganzem Herzen und voller Inbrunst hasse! Nein, ehrlich. Bis heute gibt es nur eins, dass ich noch mehr hasse als Clowns, nämlich selber wie einer angemalt zu sein und so durch die Gegend laufen zu müssen.

Aber es gibt ja genügend andere Möglichkeiten, sich albern aufzubrezeln, damit man zwischen all den "Jecken" nicht so sehr auffällt.

Dabei ist die einfachste und effektivste Verkleidung während der sechs Tage Straßenkarneval doch Badewanne. Da braucht man nichts weiter tun als sich voll laufen zu lassen. In dem daraus resultierenden Zustand sind auch die Überlebenschancen am höchsten.

Wenn man bewusst wahrnehmen würde, von wem oder was man da im Vorbeigehen alles geknutscht oder, im hiesigen Slang gesprochen, "gebützt" wird, würde man Karneval höchstwahrscheinlich nicht ohne Ganzkörperekelausschlag überstehen, der einen langsam und qualvoll bis spätestens Aschermittwoch dahinrafft.

Erste Überlebensregel zu Karneval in Köln lautet also: Bescheuertes Kostüm anziehen, es die nächsten sechs Tage nicht mehr ausziehen (auch nicht zum Duschen und Schlafen) und den ersten Jägermeister gleich mit den Frühstückseiern zu sich nehmen.

Das hält warm, konserviert und lässt einen in der Masse untergehen.
 

Tarnung ist in Köln sowieso alles. Ich bin zwar nicht im weltberühmten Stadtteil Kalk aufgewachsen, aber Vingst ist auch nicht viel besser. Da muss man dann sehr flexibel sein und sein Verhalten in Sekundenbruchteilen den Gegebenheiten anpassen können. Schließlich möchte man ja nicht von all seinen Mitmenschen für den schlimmen Finger gehalten werden, den man raushängen lässt, wenn einen der Taschengeldabzocker vom Ghetto nebenan ausrauben will.

Mädchen und Lehrer stehen in der Regel auf so was nicht.


Köln, meine Stadt.
Dom & Hohenzollernbrücke

Obwohl ich es da eigentlich leichter hatte als andere.

Schließlich hatte ich einen sechs Jahre älteren Bruder, der stets zur Stelle war, wenn größerer Ärger drohte, um sein Sprüchlein "Meinen kleinen Bruder darf nur ich verprügeln" aufzusagen und diese These auch gleich schlagkräftig zu untermauern.

Na, ok. So viel besser hatte ich es da wohl doch nicht.

Mein Bruder und ich waren damals wie Feuer und Wasser. Die meiste Zeit wollte ich ihn auf den Boden schmeißen und knuddeln ...oder einfach nur auf den Boden schmeißen.

Dummerweise war er, wie gesagt, älter und stärker als ich.

Da kam dann wieder die Tarnung ins Spiel. Immer schön im Hintergrund halten, so tun, als hätte man nicht mitbekommen, was der Kerl gerade wieder für 'nen Mist baut und Abends bei den Eltern ganz nebenbei sachdienliche Hinweise geben, wo denn eventuell Zigaretten, Pornohefte oder zerbrochene Haushaltsgegenstände zu finden wären, die Fußballspielen in geschlossenen Räumen nicht ganz so gut abkönnen.

Erste Überlebensregel im Zusammenleben mit einem älteren Bruder: Papa ist stärker als der Bruder. Warum sollte man diesen Umstand nicht ausnutzen?
 

Die Notwendigkeit, die größere Stärke meines Vaters für meine Zwecke einzuspannen, erübrigte sich aber im Alter von zehn Lenzen und ein paar zerquetschten Monden.

Da wurden sich meine Eltern nämlich einig, dass sie sich nicht mehr einig sind, was zu einer Trennung, nicht nur meiner Eltern, führte, sondern auch ihrer Söhne. Wir Kinder nutzten die sich bietende unerfreuliche Gelegenheit dazu, wenigstens etwas positives dabei herauskommen zu lassen, nämlich einer den Anderen loszuwerden! Er ging mit meiner Mutter und ich leistete meinem Vater in trauter Einsamkeit Gesellschaft. Zum Leidwesen einiger meiner Mitmenschen war ich bei diesem einschneidenden Erlebnis wohl gerade im richtigen Alter, um meinen für mich typischen Zynismus und meine massive Abneigung gegen die Institution Ehe zu entwickeln.

Daraus entstanden weitreichendere Folgen als mir damals bewusst sein konnte.

Aber das ist eine andere Geschichte, und soll ein anderes Mal erzählt werden ...oder zumindest ein paar Absätze später.

Um diesen Teil meines Esseis hier abzuschließen, sei noch gesagt, dass mein Bruder und ich der lebende Beweis sind, dass Trennungen auch zusammenführen können. Je länger und je weiter wir voneinander getrennt waren, um so besser verstanden wir uns. Höchstwahrscheinlich haben unsere Eltern uns unbeabsichtigt davor bewahrt, dass einer von uns den Anderen im Vorgarten unter einer Birke verbuddelt.
 

Schulbildung

Nach der Grundschule waren sich meine Lehrer und meine Eltern einig, dass so ein nervtötend intelligentes Kind unbedingt mit anderen nervtötend intelligenten Kindern zusammengepfercht werden sollte. Also kam ich aufs Gymnasium.

Die erste Zeit lief das auch noch ganz gut. Ich war nervtötend. Ich war intelligent. Ich war motiviert!

Dann kam die Scheidung meiner Eltern und der Grundstein für eine der oben erwähnten Späterkenntnisse wurde gelegt. Wie das mit Späterkenntnissen so ist, hatte ich gar nicht bemerkt, wie sehr mich die massive Veränderung meiner Lebensumstände aus dem Gleichgewicht gebracht hatten.

Ich war immer noch nervtötend und intelligent ...allerdings irgendwie nicht mehr ganz so motiviert.

Warum?

Was weiß ich? Ich war halt ein verstörtes Kind aus dem dann ein verstörter Jugendlicher wurde. Frag einfach einen Kinderpsychologen deiner Wahl.
 


Mein Abschlussklassenfoto

Jedenfalls sah ich mich, nach zwei zunächst hoffnungsvollen Jahren auf dem Gymnasium, urplötzlich mit der Frage konfrontiert: sechste Klasse wiederholen oder Abstieg auf die Hauptschule.

Der Aufmerksame Leser hat sicherlich bemerkt, dass zwischen meinem Ausgangspunkt und meinem drohenden Ziel ein Schulsystem ausgelassen wurde, was einen ungefähren Eindruck davon vermitteln sollte, wie schlecht ich tatsächlich stand.

Ich glaube, das einzige, was mich vor der Baumschule gerettet hat, war der Umstand, dass ich weder Wurzeln noch Blattwerk habe.

Wie gesagt, stand ich vor einer Wahl, die zusammen mit meinem Vater getroffen werden musste. Dummerweise war dieser noch zu sehr damit beschäftigt seine gescheiterte Ehe zu verarbeiten und daher zu leicht von mir zu der Entscheidung zu beeinflussen, dass eine Wiederholung des Schuljahres nicht infrage kommt.

Die daraus resultierende Späterkenntnis: Schuljahr wiederholen wäre zwar ein peinliches Saisonende gewesen, hätte aber wenigstens den Klassenerhalt gesichert und damit auch meine Zukunftsaussichten verbessert. Bye bye, Kind. Viel Spaß im Brunnen. Ich erinnere mich in ein paar Jahren an dich.


Um diesen Teil etwas abzukürzen, schildere ich die nächsten vier Jahre mal im Zeitraffer.

Nach anfänglichen Integrationsschwierigkeiten in der neuen Schule, bedingt durch die etwas derberen Umgangsformen der Klassenkammeraden, schaffte ich dann irgendwie die Gratwanderung zwischen Straßenprolet, um mir den nötigen Respekt zu verschaffen, und nervtötend intelligentem Ex-Gymnasiast, der mit seiner wieder gewonnenen Motivation seine verlorene Ehre wieder herstellen wollte.

Als letzterer schaffte ich den höchstmöglichen Abschluss, den ich auf der Hauptschule erreichen konnte, was mich wiederum dazu befähigte, doch noch das Abitur machen zu können.

Freude schöner Götterfunken.

Dummerweise kommt an dieser Stelle die Späterkenntnis Nr.2...
 

Ausbildung

Ich entschloss mich dazu nach der zehnten Klasse von der Schule abzugehen und eine Ausbildung zu machen. Ich wollte endlich mein eigenes Geld verdienen. Dass ich auf lange Sicht viel mehr eigenes Geld verdienen könnte, wenn ich noch drei Jahre Schule und eventuell ein Studium dranhängen würde, kam mir damals nicht in den Sinn, oder tat es zumindest mit dem Gedanken ab, dass ich mir ein Studium sowieso nicht leisten könnte.

Manchmal geht das Leben halt über Umwege. Türen schließen sich (Gymnasium), neue tun sich auf (Abitur mit Umweg über die mittlere Reife). Es ist herrlich, eine Tür, die hinter einem zu gefallen ist, mit Entschlossenheit und harter Arbeit wieder aufzustoßen. Allerdings sollte man sie dann auch durchschreiten. Wenn du jemanden sehen willst, der dies nicht getan hat und sich deswegen, bis zum heutigen Tage, selber in den Allerwertesten beißen könnte, dann schau dir das Foto oben links auf dieser Seite an.

Für all jene, die noch in der glücklichen Lage sind, diese Entscheidung noch treffen zu können, sei gesagt:

Bildung ist Macht.

Du kannst sie auf unterschiedlichste Arten erlangen.

Sorge aber immer dafür, dass du möglichst viel Papier hast, auf dem dein Bildungsstand von jemandem zertifiziert wurde.

Ohne Papier, auf dem steht, was du kannst und wer du bist, kannst du noch so viel Wissen in deinen Kopf geschaufelt haben ...es interessiert niemanden! Zumindest niemanden, der dir am Monatsende Geld dafür überweisen würde

 

under construction

stay tuned

to be continued

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